Schlüsselzahl 197

Neue fahrerlaubnisrechtliche Regelungen für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe

Gültig ab 01.04.2021

Der genaue Text lautet:

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben und hochautomatisierten Fahrfunktionen sind heute in der Regel mit Automatikgetriebe oder auch ohne Getriebe ausgestattet.

Die Verordnung über die Ausbildung und Prüfung auf Kraftfahrzeugen mit Automatikgetriebe und zur Änderung weiterer Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung vom 16. November 2020 wurde am 9. Dezember 2020 im Bundesgesetzblatt verkündet. Danach ist es ab dem 01. April 2021 möglich, die Fahrerlaubnisprüfung für die Fahrerlaubnisklasse B auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe zu absolvieren, ohne dass dann die Fahrerlaubnis auf das Führen solcher Fahrzeuge beschränkt wird.

Mit der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung auf Kraftfahrzeugen mit Automatikgetriebe und zur Änderung weiterer Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung wird auf die sogenannte Automatikbeschränkung verzichtet beziehungsweise diese Beschränkung wird aufgehoben, auch wenn die praktische Fahrerlaubnisprüfung auf einem Fahrzeug ohne Schaltgetriebe absolviert worden ist. Voraussetzung ist eine Schulung in einer Fahrschule im Umfang von mindestens 10 Stunden (à 45 Minuten) sowie eine 15-minütige Testfahrt, in der der jeweilige Bewerber nachweisen muss, dass er zu sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führung eines Kraftfahrzeuges der Klasse B befähigt ist.

Mit dieser Regelung machen wir den Verkehr sicherer und nachhaltiger, indem die Attraktivität von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben und hochautomatisierten Fahrfunktionen für Fahrschülerinnen und Fahrschüler gesteigert und somit auch der Einsatz solcher Fahrzeuge in den Fahrschulen gefördert wird.

Darüber hinaus enthält die Verordnung neue Vorgaben für Prüfungsfahrzeuge der Klasse A2, Regelungen zur Inkraftsetzung fahrerlaubnisrechtlicher Richtlinien und eine Änderung der Gebühren für den Führerschein.


Was sich nach Verabschiedung durch den Bundesrat am 06.11.2020 ab dem 01.04.2021 ändern könnte:

Unter folgenden Voraussetzungen bietet die neue nationale Schlüsselzahl B197 die Möglichkeit, auch Schaltwagen fahren zu dürfen, obwohl die Fahrprüfung auf einem Automatikfahrzeug absolviert wurde:

  1. 10 Fahrstunden zu je 45 Minuten auf einem Schaltwagen (die Fahrstunden dürfen frühestens nach der praktischen Grundausbildung erfolgen). 
  2. Eine 15-minütige Testfahrt mit einem Fahrlehrer auf einem Schaltwagen (die Testfahrt muss zur Hälfte innerorts und außerorts erfolgen). 
  3. Austragung einer vorhandenen Automatikbeschränkung durch die Führerscheinstelle (Schlüsselzahl 197 anstatt 78).
  4. Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung durch die Fahrschule. 
  5. Schlüsselzahl 197 beinhaltet keine Einschränkungen mehr, somit dürfen dann auch Schaltwagen gefahren werden. 
  6. Bereits bestehende Automatikbeschränkungen der Klasse B können ebenfalls auf diesem Wege aufgelöst werden.


Was passiert, wenn ich die Fahrerlaubnis B 197 später erweitern möchte, z.B. auf BE ?

Kein Problem. Hier sollte man sich aber sicher sein, auf welcher Art von Fahrzeug man die praktische Anhängerprüfung fahren möchte. Absolviert man diese auf einem Schaltwagen bekommt man keinen weiteren Eintrag bei der Spalte BE, darf Gespanne mit allen erlaubten Zugfahrzeugen fahren.

Fährt man z.B. die Anhängerprüfung mit einem Automatik Fahrzeug, erhält man nur für die Klasse BE eine SZ 78 und darf dann BE-Gespanne nur mit einem Automatik Fahrzeug fahren.

Bei Fahrten ohne Anhänger oder mit Gespannen unterhalb der BE-Erfordernis ändert sich nichts.

Wer also die B 197 mit Erfolg erlangt hat, der wird die BE-Prüfung ggf. auch mit Schaltwagen sicher schaffen.

Es spricht also nichts gegen eine duale Ausbildung auf Automatik und Schaltung zu machen.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

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